Der Henker

Jahr aus, Jahr ein der gleiche Job,

schlage ab des Gefangenen Kopf.

Sehe jeden Tag soviel Blut,

wie man es sonst nur im Feldlazarett tut.

 

Hab nie in ihre Gesichter gesehen,

wenn sie auf mich zu gehen.

Sehe nur ihre Nacken.

Tu ihnen den Kopf abhacken.

 

Mach mir nie Gedanken über ihre Schuld,

für mich zählen nur Gold und Huld.

So manchem armen Tropf,

schlug ich schon ab den Kopf.

 

In all den vielen Jahren,

habe ich es selbst erfahren,

wie es am besten klappt,

wenn man den Kopf abhackt.

 

Verzieh dabei keine Miene,

alles ist schon Routine.

Mein Beil ist so blutig rot.

Bring den Gefangenen den Tod.

 

Nur eines bereitet mir Sorgen,

was wird sein am nächsten Morgen ?

Wenn die Todesstrafe wird abgeschafft,

braucht niemand mehr meine Arbeitskraft.

 

Mich ernährend, hacke ich dann Holz

und fort ist mein ganzer Henkersstolz.

Plötzlich sehe ich das Beil, so blutrot.

Auf dem Hauklotz grinst mich an der Tod.

 

Sinke neben dem Hauklotz nieder.

Tod, nun hast du mich endlich wieder.

Einst brachte ich dir so viele Leben.

Nun tust du mir das meine nehmen.

 

Das Kreuz ist für mich sehr knapp.

Niemand legt Blumen auf mein Grab.

Die vorbeigehen, spucken nur darauf,

vom Blutgeld wurde das Grab gekauft.

26.7.15 11:30

Letzte Einträge: Das Sportplatzsyndrom, Chimäris, Fragmente einer verlorenen Zeit - Teil 1, Fragmente einer verlorenen Zeit - Teil 2, Die Nornen, Das Sportplatzsyndrom

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen